Realschule mit Bilingualem Zug
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Klassen 9 und 10: Lebendiger Deutschunterricht im Theater zum Thema Flüchtlinge

Bericht über den Theaterbesuch von Mario Bässler 10d

Vergangenen Dienstag, den 24.10.2017, versammelten sich vier Klassen mit den Begleitlehrern Frau Zuber, Frau Stahl, Frau Graf und Herr Stagel aus den Stufen 9 und 10 zu einem Theaterstück im Theatersaal des K, um einen gemeinsamen Einblick in die aktuelle und zugleich alltägliche Flüchtlingskrise, durch die vor allem Europa betroffen ist, zu bekommen.

Vor Beginn der Aufführung warteten alle Schüler verteilt im Vorraum des Theaters darauf, bis es los ging. Nach wenigen Minuten kamen zwei erwachsene Männer hinzu. Die meisten Schüler beachteten sie aber wenig, weil sie dachten, es wären Zuschauer. Doch als der eine Mann anfing, eine lautstarke Sirene nachzumachen, wurden die Gespräche der Gruppen aufgelöst und alle hörten gespannt zu. Als erstes stellten die Männer dar, wie es wäre, wenn in Deutschland ein Krieg ausbrechen würde und wie stark dadurch die Lebenssituation der Menschen beeinflusst werden würde. Außerdem wurde den Jugendlichen klar gemacht, dass der Krieg auch viele Opfer im eigenen Umfeld bringen würde.

Als nächstes liefen nun alle gemeinsam in den großen Vorführsaal. Die zwei Darsteller gingen voraus und führten die Schüler direkt auf die Bühne. Dort angekommen stellten sich alle um ein großes auf den Boden geklebtes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielbrett. Als alle zum Stehen gekommen waren, ging die Aufführung direkt weiter. Die zwei Akteure waren nach ihrer Flucht in einem völlig fremden Land angekommen, in dem der Alltag und die Lebensverhältnisse komplett anders als die in Deutschland waren. Das Besondere war, dass die Schüler alle um die Schauspieler herumstanden und sich somit viel besser in das Theaterstück hineinversetzen konnten. Den Jugendlichen wurde bewusst, wie es ist, ein Flüchtling zu sein und dabei als Außenseiter dazustehen und sich außerdem nicht verständigen zu können, da einem die Sprache nicht vertraut ist.

Danach stellten sich einige freiwillige Schüler auf das Spielbrett, auf dem verschiedene Länder aufgemalt waren und fingen an, sich eine Zahl auszudenken, mit der die einzelnen Spieler laufen mussten. Es gab allerdings Felder, die mit einem Totenkopf und einer Wasserwelle versehen waren. Wenn die Spieler auf diese Felder kamen, waren sie aus dem Spiel ausgeschieden. Außerdem gab es fünf goldene Felder, falls die Schüler auf diese Felder kamen, bekamen sie ihren Asylantrag genehmigt. Dieses Spiel symbolisierte die heutige Flüchtlingsaufnahmesituation, denn der Weg zu einem besseren Leben führt oftmals zu Verlusten von Menschenleben.

Als das Spiel zu Ende war, wurde auch die gesamte Aufführung beendet. Anschließend gab es noch eine Fragerunde, in der die Schüler und Lehrer jegliche Art von Fragen an die Schauspieler stellen durften. Den Schülerinnen und Schülern wurde nun bewusst, wie es ist, ein Flüchtling zu sein und wie schwer der Weg zu einem besseren Leben sein kann. Vor allem wie es sich anfühlt, ihr Zuhause, Familie, Freunde... einfach alles zu verlieren!
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